»Mehr Wissen über die digitale Firmenwelt.«

Dezember 2020 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand
Starke Unternehmen
Die Redaktion befragt Akteure zu den aktuellen Herausforderungen für den Mittelstand.
Dezember 2020 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

»Mehr Wissen über die digitale Firmenwelt.«

Alexander Bonde / Generalsekretär – Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU

Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Umso größeres Gewicht hat daher eine repräsentative Unternehmensbefragung im Auftrag der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU): 75 Prozent der mittelständischen Unternehmen sehen die Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit, den effizienteren Einsatz von Energie und Ressourcen sowie transparentere Lieferketten. Aber – das gehört zur Wahrheit: Der Mittelstand braucht für den Weg in die digitalisierte Firmenwelt mehr Wissen, Praxisbeispiele und Lösungen. Die DBU versteht sich als Stütze für Betriebe im digitalen Aufbruch, fördert innovative Vorhaben und bietet die Kompetenzplattform www.nachhaltig.digital. Wie weitreichend digitale Technologien nachhaltigen Wandel in Betrieben beflügeln, zeigt die Blechwarenfabrik Limburg. Deren Geschäftsführende Annika und Hugo Sebastian Trappmann erhielten deshalb 2020 den Deutschen Umweltpreis der DBU: Für größtmögliche Energie- und Ressourceneffizienz durch ideenreiche IT-basierte Prozesssteuerung.

www.dbu.de

Dezember 2020 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

»Mittelstand wirkt stabilisierend in der Krise«

Prof. Dr. Friederike Welter / Präsidentin – Institut für Mittelstandsforschung Bonn

Seit März dieses Jahres bedroht das Covid-19-Virus nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch den Fortbestand vieler Unternehmen. Zugleich erleben wir, was den Mittelstand in Deutschland ausmacht: Mit Kreativität, Flexibilität und Kundennähe versuchen viele Familienunternehmen ihren ökonomischen Schwierigkeiten entgegenzuwirken. Dabei kommt ihnen ihre Struktur zugute: Deutlich schneller als Konzerne können sie unternehmerische Prozesse verändern und ihr Geschäftsmodell sowie Produkte an die neuen Rahmenbedingungen anpassen.

 

Zugleich suchen große Teile des Mittelstands – wie schon in der Finanzkrise 2008/09 – Arbeitsplätze mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes zu erhalten. Gerade solche Werte wie Verbindlichkeit und Verlässlichkeit tragen jedoch dazu bei, dass die Unsicherheit aller Marktteilnehmer verringert wird. Dass dieses Engagement des Mittelstands in der Gesellschaft auch honoriert wird, belegen unter anderem die zahlreichen „Kauf-vor-Ort“-Initiativen.

www.ifm-bonn.org

Dezember 2020 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

»Was man alleine nicht schafft, das schafft man gemeinsam«

Dr. Ludwig Veltmann / Hauptgeschäftsführer – Der Mittelstandsverbund – ZGV

Die Corona-Pandemie hat den kooperierenden Mittelstand schwer getroffen. Doch Verzagen ist nicht die Triebfeder des Unternehmers. Ein jeder weiß: Wenn die Pandemie vorüber ist, kann es kein „back to normal“ geben. Deshalb geht es jetzt darum, das Geschäftsmodell zu überdenken. Dazu gehört neben der Digitalisierung vor allem die Frage „Wie nah bin ich bei meinem Kunden und wie erreiche ich ihn am besten?“. Zugute kommt uns bei diesem Wandel der Genossenschaftsgedanke, der gerade in dieser Zeit eine wahre Renaissance erfährt: „Was man alleine nicht schafft, das schafft man gemeinsam“ – dieses Zitat von Hermann Schulze-Delitzsch ist heute zutreffender denn je. Unkonventionell neue Geschäftsmodelle entwickeln, Routinen verlassen – das funktioniert am wirkungsvollsten in Netzwerken von Gleichgesinnten, also im Verbund.  Jede Krise ist deshalb nicht nur ein großer Schrecken, sondern zeigt auch Lichtblicke auf, wo alte Wege verlassen werden. Mit dieser Haltung und Konsequenz werden wir wieder auf die Beine kommen.

www.mittelstandsverbund.de