Internationale Verträge – Verständigung gefragt

Juni 2021 | Wirtschaftswoche | Der Starke Mittelstand

Internationale Verträge – Verständigung gefragt

Beitrag der Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG

Christian Nüßer, Geschäftsführer, Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG
Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG / Beitrag

Herr Nüßer, welche Erfahrungen haben Sie als weltweit tätiger Maschinenbauer bei Vertragsgestaltungen mit Kunden gemacht, die international aufgestellt sind?
Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Für einen mittelständischen deutschen Auftraggeber hatten wir eine individuelle Lackieranlage entwickelt und die technische Seite in rund vier Monaten geklärt. Unser Kunde gehört aber zu einem amerikanischen Unternehmen mit Europaniederlasungen in England und Deutschland. Und da zeigte sich, wie unterschiedlich das deutsche und in diesem Fall das amerikanische Recht sind. Für die Aushandlung der Wartungs- und Leistungsverträge brauchten wir nochmals vier Monate, das ist ungewöhnlich lange. Die Vorstellungen über Haftungsregeln und AGBs etwa unterscheiden sich sehr deutlich, einzelne Rechtsbegriffe werden unterschiedlich definiert.

 

Wie haben Sie das Problem gelöst?
Eine besondere Herausforderung war es zum Beispiel, mögliche technische Risiken zu definieren und rechtlich abzusichern. Dazu sind wir mithilfe externer Rechtsbeistände in die Rolle des Vermittlers zwischen Technikern und Juristen geschlüpft. Es galt, ein gemeinsames Verständnis auf technischer und rechtlicher Seite zu bilden und auf dieser Basis einen Kompromiss zwischen den Rechtssystemen zu finden. Eine Lehre für uns daraus war, eine interne Stelle zu schaffen, die sich um die Koordination solcher Vertragsverhandlungen kümmert.

 

Profitieren auch Ihre Auftraggeber von diesen Erfahrungen?
Absolut. Wir sind mittlerweile im Bereich Vertragsrecht so gut aufgestellt, dass wir unseren Kunden die Unterstützung bei Vertragsverhandlungen im internationalen Rahmen als zusätzliche Serviceleistung anbieten. Gerade für mittelständische Unternehmen ohne eigene Rechtsabteilung ist das wertvoll. Denn im Zuge der Globalisierung stehen sie immer öfter vor dem Problem, verschiedene Rechtssysteme unter
einen Hut bringen zu müssen.


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