»Agile Unternehmen setzen Veränderungen in erstaunlich kurzer Zeit um«

Dezember 2020 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

»Agile Unternehmen setzen Veränderungen in erstaunlich kurzer Zeit um«

Nur wenige Unternehmen haben ihre digitalen Ziele bislang vollständig erreicht. Organisationen mit einem höheren Digitalisierungsgrad kommen jedoch besser als andere Unternehmen durch die Krise, wie eine aktuelle CGI-Studie zeigt.

Torsten Straß – President Central & Eastern Europe, CGI
CGI / Beitrag

Herr Straß, wie navigieren die Kunden von CGI durch die Corona-Krise?

Einige Kunden aus den Branchen Automotive, Travel und Manufacturing wurden hart getroffen, Kunden aus Bereichen wie Communications und Government sind dagegen stabil. Die Corona-Pandemie hat bei vielen systemische Schwächen aufgedeckt und gezeigt, dass agile Unternehmen besser in der Lage sind, sich in kürzester Zeit auf Krisen einzustellen und ihr Geschäftsmodell resilienter zu machen.

 

Gibt es einen gemeinsamen Nenner bei den Unternehmen, die CGI um Unterstützung bitten?

Alle Unternehmen, die zu uns kommen, eint die Erkenntnis, dass sie ihren Digitalisierungsgrad erhöhen müssen. Das belegt unsere jährliche, weltweite Kundenbefragung und neueste Studie. Sie zeigt auf, dass nur zwölf Prozent der Unternehmen der Meinung sind, sie würden bereits den vollen Nutzen aus ihren bisherigen Digitalisierungsvorhaben ziehen.

 

Was machen diese zwölf Prozent anders?

Sie alle, egal ob Mittelstand oder Großunternehmen, haben drei Dinge gemeinsam: Erstens, einen hohen Grad an Business- Agilität, der es ihnen erlaubt, Anpassungen, die vorher Monate oder Jahre gedauert haben, in erstaunlich kurzer Zeit umzusetzen – etwa von Präsenzarbeit auf Remote-Work umstellen.
Allerdings reicht eine Managemententscheidung, ab sofort agil zu arbeiten, allein nicht aus. Business-Agilität mit den nötigen Prozessen und Tools muss sich auf das gesamte Unternehmen erstrecken und von allen Mitarbeitern gelebt werden.

 

Zweitens, sie haben ihre IT-Lieferkette auf Stabilität überprüft. Dafür haben sie, unter anderem, neue Technologien wie Automation und Data Analytics eingeführt und die Anzahl der IT-Partner reduziert. Ihr Fokus lag auf Partnern, die echte End-to-End-Services liefern können. So konnten sie Ausfälle weitgehend vermeiden.

 

Und Drittens, setzen sie bereits neue Formen der Zusammenarbeit von Mitarbeitern um und beziehen auch Schnittstellen zu Kunden mit ein. Der Einsatz moderner Kollaborationsplattformen, die über die viel diskutierten Videoplattformen hinausgehen, ermöglicht es, Arbeitsprozesse 24/7 aufrechtzuerhalten, Personal besser einzusetzen und Kunden mit konstanter Qualität zu bedienen.

 

Was können Unternehmen konkret tun, um mehr Resilienz aufzubauen?

Sie müssen vor allem jetzt die Modernisierung ihrer IT verstärkt vorantreiben und sich für technologische Innovationen öffnen. Die Cloud zum Beispiel bietet geringere Ausfallzeiten, mehr Sicherheit und eine bessere Ressourcenverteilung. Für ein Logistikunternehmen hat CGI eine Lösung zur Überwachung von Kühlketten in der Cloud umgesetzt – in nur wenigen Tagen. Früher hätte das Projekt Monate gedauert und viel Geld gekostet.

 

Andere digitale Lösungen wie Robotik und Künstliche Intelligenz sparen Zeit und verringern die Arbeitsbelastung. Für einen Kunden aus dem Bankensektor haben wir deshalb eine Lösung entwickelt, die Kreditstundungen durch Covid-19 weitgehend automatisiert abarbeitet. Die Kosten waren ein Bruchteil dessen, was die Abwicklung durch Mitarbeiter verursacht hätte.

 

Ein weiterer wichtiger Baustein für mehr Resilienz sind Managed Services. Während der Pandemie hat sich das Interesse unserer Kunden für diese Leistungen um 6% auf 46% erhöht. Mit Blick auf mittelständische Unternehmen empfehle ich, klar zu evaluieren, ob sie Aufgaben der IT stärker an Partner übertragen können, damit sie sich auf ihr strategisches Unternehmenswachstum konzentrieren können. Denn vor dem Hintergrund der Digitalisierung ist die IT zu einem zentralen Erfolgsfaktor für das gesamte Geschäft geworden.

 

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